Badener Radmarathon 2019

Go Wild, Wild South!

Oder so ähnlich hieß meine Devise, als ich mich beim Badener Radmarathon angemeldet habe. Ein bisschen ein mulmiges Gefühl hatte ich ja schon, je näher dieser Wettbewerb rückte. Die 85 km und die gerade mal 1.100 HM ist ja normal nicht meine Spielwiese. So wenig Höhenmeter? Wie geht das? Fährt man dann die ganze Zeit „all out“? Erste Zweifel machten sich breit und so beschloss ich mit Thomas, die Strecke einen knappen Monat vorher abzufahren. Sicher ist sicher 🙂 .

Sonntag, 15. September, 05:00 Uhr in Nußdorf. Alles schläft. Alles? Nein, natürlich nicht. Nach einer Katzenwäsche hab ich mich  zusammengepackt  und Felix zur Hundesitterin gebracht. Der kleine Prinz war aber gar nicht begeistert, erstens so früh aufzustehen, noch die Hundesitterin mit einem anderen Rüden teilen zu müssen. So geschah es, dass er gleich mal laut bellend und knurrend begann das verschlafene Nußdörfchen aufzuwecken. Reihum gingen die Lichter in den Häusern an und ich wäre am liebsten im Erdboden versunken!

Ein paar Minuten später stand ich am Parkplatz in Baden und wartete. Und wartete, und wartete. Immer wieder fragte ich P.S. ob er von Thomas was gehört hätte, schaltete mein Handy ein und aus und hoffte auf ein Lebenszeichen von ihm. Eine gefühlte Ewigkeit später fuhr er ein, Thomas! Ich war zu dem Zeitpunkt schon ziemlich angespannt und drängte zum Aufbruch, denn schließlich wollte ich nicht aus der letzten Reihe starten!

So standen wir nun, 10 (!!!!!!) Minuten vor dem Start, nein, nicht in der letzten Reihe, am Start des Badener Radmarathons. Es war ganz schön frisch und ich freute mich ungemein auf den Start. Meinen beiden Jungs hab ich vorher eingetrichtert, dass ich die Pace zu Beginn mache, Thomas hinter mir bleiben muss und P.S. hinter Thomas. Wir dürften uns nicht verlieren, war meine Devise. Und et voila, es funktionierte ganz gut. Wir hatten ein ordentliches Tempo drauf, das Pulk heizte kräftig ein und so kam ich gleich auf meine Wohlfühltemperatur. Herrlich, so durchs Helental zu rasen. Noch dazu, wenn dieses gesperrt ist.

Das erste „Schupferl“ (Hügerl) war gleich hinter uns und ich ließ Thomas den Vortritt. Wir haben uns zu Beginn ausgemacht, dass jeder in seinem Tempo die Schupferln in Angriff nimmt und wir dann oben zusammen warten. Ich hab brav darauf geachtet, nicht mehr als 190W bergauf zu treten und natürlich habe ich mich nicht daran gehalten 😉 . Aber ohne pain no fun! Ich werde hier nun nicht alle Schupferln aufzählen, die ich mir so und so nie gemerkt habe, wozu auch.

Das einzige „giftige“ Schupferl ist St. Corona am Schöpfl. Garmin meinte ca. 12%, aber ultra kurz. Als Südsteirerin ist man an steile Anstiege und 12% zähle ich nicht zu steil, gewöhnt.

Weiters auf der B irgendwas ging es in einem wirklich flotten Tempo zurück nach Baden. Thomas, der irgendwo vor uns gefahren ist, sahen wir erst im Ziel wieder. P.S. war nun der Pacemaker und wir hatten zwischendurch wirklich eine gute Truppe, in der wir im „Kreisel“ fuhren. Leider ist die dann abgerissen und P.S. und ich unternahmen einen Fluchtversuch, nach vorne.  Ich hab dann kurz vorm Ziel P.S. überholt und mich kurz vorm Ziel mit einem anderen RRfahrer „duelliert“. Leider artete es nicht in einem spektakulären Sprint zwischen mir und dem anderen Typen aus, aber trotzdem fuhr ich vor dem Unbekannten über die Ziellinie. Ja ich weiß, das tat meinem Ego gut, aber immerhin muss ich meinem Spitznamen ja gerecht werden, oder? Nach 2:49:58 erreichte ich in meiner AK den 8. Platz. Lachend und sehr happy fanden wir Thomas wieder, für den das übrigens der erste Radmarathon war.

Baden, wir sehen uns wieder! Das ist klar! Super Veranstaltung, entspannte Fahrer, die wirklich fahren können im Pulk, gesperrte Strecken, Fans in und um den Dörfern und ein super Erdinger im Ziel! Rennradherz was willst du mehr?

 

  

  

  

  

 

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Ein Kommentar bei „Badener Radmarathon 2019“

  1. Sehr guter Bericht. Gratulation an alle.

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