Dreiländergiro 2018

Helloooooo Pfunds, servus Nauders!

Am 24. Juni 2018 fiel der Startschuss zum 25. Dreiländergiro. Am 22. Juni 2018 reisten 2 Steirer und 1 Schweizer nach Pfunds in Tirol. Die Steirer, die Wüde Henn und P.S., der Schweizer, Felix auf vier Pfoten. Gut gelaunt und voller Motivation (ich schlief die halbe Zeit im Auto 🙂 . ) checkten wir in der Pension Grein in Pfunds ein. Schon da bemerkten wir sonnenhungrigen Steirer, dass es doch etwas frischer ist, als in Wien. Im Grunde war es saukalt!

Aber nun von vorne. Die Teilnahme am Dreiländergiro verdanke ich Peter und so meldete ich mich für die Strecke A (Engadin) an. Das Streckenprofil von 3.300 Höhenmetern und  168 Kilometern war ganz nach meinem Geschmack und ich freute mich bereits nach der Anmeldung, dabei zu sein.

So machten wir uns bereits am Freitag auf den Weg nach Pfunds und meine Nervosität wurde immer stärker. Pfunds empfang uns mit arktischen Temperaturen (genau an diesem Wochenende gab es eine Kaltfront), aber bei meiner ersten Fahrt mit meiner Rennsemmel wurde mir nach einigen gekletterten Höhenmetern gleich wärmer. Ich genoss es sehr, mit meiner Rennsemmel eine Runde nach der doch sehr langen Anreise aus Wien, zu drehen. Die Strecke die ich dabei fand war atemberaubend schön und mir wurde wieder einmal mehr bewusst, wie toll es ist, sich an der frischen Luft zu bewegen.

Nach einem Abendessen fielen wir alle drei sehr müde ins Bett und freuten uns auf den nächsten Tag. Nach einer sehr erholsamen Nacht, war mein erster Weg auf den Balkon um das Wetter zu begutachten. Die Sonne strahlte mir entgegen und so konnte ich mit meiner Rennsemmel gleich wieder eine Runde klettern. Danach folgten die üblichen Vorbereitungen für den Dreiländergiro, bevor es zur Startnummernabholung nach Nauders ging.

In Nauders trafen wir auch Peter, der sofort seine Hilfe anbot, indem er beim Start meine Jacke abnehmen würde. Oh ja, so eine Hilfe ist wirklich Gold wert!

Nach der Rennbesprechung wollten wir bereits zum Abendessen aufbrechen, da trafen wir auf einen Schweizer und zwei Deutschen. Der Schweizer hatte 4 Pfoten und die Deutschen 4 durchtrainierte Beine. Wo trifft man auf Felix vierbeinigen Halbbruder? Richtig, beim Dreiländergiro in Nauders! P.S. und ich staunten nicht schlecht, als wir auf Kathrin, Johannes und dem Vierbeiner Ascan stießen. Da wir uns zuvor noch nie begegnet sind, fiel unser zufälliges Treffen umso herzlicher aus. Johannes war auch ein Teilnehmer am Dreiländergiro und so konnte ich mich mit ihm noch gut über die Strecke austauschen.

Erschöpft von vielen Eindrücken fiel ich abends todmüde ins Bett und wurde um 04:15 Uhr wieder aus meinem Schlaf gerissen. Nun hieß es Katzenwäsche, frühstücken, ab ins Auto und ab nach Nauders. Weit kamen wir nicht, da mein ansonsten sehr ruhiger  Ruhepol P.S.  plötzlich kasweiß im Gesicht wurde und meinte, er hätte seine Geldbörse in der Pension vergessen. Ok, einatmen, ausatmen (zum Glück gibt es darüber keine aufgezeichnete Herzfrequenz 🙂 ) und umdrehen! Wieder zurück in der Pension sprintete P.S. ins Zimmer, holte seine Geldbörse und wir brachen erneut zum Start nach Nauders aus.

Zum Glück fanden wir sofort einen geeigneten Parkplatz, holten meine Rennsemmel aus dem Kofferraum und P.S. sauste mit Felix Richtung Stilfserjoch weiter und ich rollte in den Startbereich. Peter wartete schon auf mich und ich freute mich sehr über ein bekanntes Gesicht 🙂 .

Ganz anders als beim Ötztaler Radmarathon herrschte im Startbereich eine ruhige Atmosphäre. Ich hatte den Eindruck, dass hier alles ein bisschen entspannter gesehen wird. Pünktlich um 06:30 fiel der Startschuss zum 25. Dreiländergiro und zu den Klängen von ACDC „TNT“ (ach wie ich das liebe!!!!) rollten wir Richtung Reschenpass. Gleich nach dem Start feuerte uns eine Frau mit einer riesigen Kuhglocke an und ich bekam richtig Gänsehaut.

Da es in der Früh doch sehr kalt war, entschied ich mich für Ärmlinge, einem dünnen Gilet und kurzer Hose. Die Entscheidung war genau richtig, denn die Abfahrt vom Reschenpass war richtig stürmisch und kalt. Nach Prad zog ich während des Fahrens meine Windjacke und meine Ärmlinge aus und das erste Klettern konnte beginnen. Schon bald wurde mir nicht nur warm ums Herz 😉 .  Das Stilfserjoch kannte ich schon, aber es ist immer wieder aufs Neue ein Genuss hinauf zu klettern. Vor allem, wenn man die Kehren zu sehen beginnt, für mich sind es Kehren zum Glück. Da die gesamte Strecke beim Dreiländergiro nicht gesperrt war, kam es immer wieder zu mühsamen Begegnungen mit Autos, Bussen und Motorrädern. Sehr viele Radfahrer hörten auch immer wieder nach Spitzkehren auf zu treten, so dass man fast hinten drauf fuhr und ein überholen bei der Menge an Radlern ist nicht immer möglich. Aber egal, nach 2:19 h erreichte ich meinen Himmel – die Passhöhe des Stilfserjochs. Schon aus der Ferne sah ich meinen zwei treuen Fans, P.S. und Felix und ich freut mich sehr darüber. P.S. lief brav neben mir her und ich machte einen kurzen Boxenstopp bei unserem Auto um eine Kleinigkeit zu essen, die Trinkflaschen zu wechseln und aufs Klo zu sprinten. Mit Radschuhen funktioniert das natürlich in Rekordzeit 😉 . P.S. versicherte mir, gut in der Zeit zu liegen und ich zog mir wieder meine Ärmlinge, mein dünnes Gilet, zusätzlich eine Windjacke und meine langen Radhandschuhe an und sauste Richtung Umbrailpass weiter.

Am Stilfsjerjoch war es übrigens richtig kalt, ich glaube wir hatten 4 Grad. Bei der Abfahrt machten sich meine langen Radhandschuhe wirklich bezahlt, ansonsten hätte ich nicht bremsen können und auf einen Downhill QOM hatte ich absolut keinen Bock 😉 . Wie kalt mir tatsächlich war, sieht man an meiner roten Nase….

Mit jedem Sonnenstrahl wurde mir wärmer und so packte ich meine warmen Helferlein in St. Maria wieder ins Trikot. Die Zufahrt zum Ofenpass war lange, auf alle Fälle kam es mir sehr lange vor. Der Ofenpass selbst war dann wieder kurz, aber nicht zu unterschätzen!

Nach dem Ofenpass ging es ins Engadin. Dort traf ich auf eine 2-er Gruppe, mit der ich wirklich gut fahren konnte. Aus einer 2-er Gruppe wurde bald eine sehr große Gruppe und von da an funktionierte leider gar nichts mehr. Zuviele nervöse Radfahrer, zuviele Bremsmanöver und Baustellen (bei denen wir warten mussten). Kurz vor der Norbertshöhe allerdings, hat sich das „Problem“ in Luft aufgelöst, da erstens sehr viele bei der letzten Labestation stehen blieben und zweitens, ich einige Teilnehmer bergauf überholen konnte.

Ich freute mich sehr, als ich nach einigen Kehren (ich glaube es waren 11) auf der Norbertshöhe ankam und freute mich bereits da wie blöd. Meine Rennsemmel und ich sausten hinunter nach Nauders und mit einer Zeit von 07:39 h fuhr ich über die Ziellinie und erreichte somit den 11. Platz in meiner Altersklasse.

Kurze Zeit später traf ich auf meinen ersten Gratulanten Peter. Von P.S. und Felix war weit und breit nichts zu sehen. Erst als ich anrief und mitteilte, schon im Ziel zu sein, machten sich die beiden auf den Weg ins Ziel. Tja, für mein Team war ich anscheinend zu Früh ins Ziel gekommen 🙂 .

Resümee meines ersten Dreiländergiros: Ich komme wieder, keine Frage!

Vielen Dank meine Lieben für die tolle Unterstützung vor, während und nach dem Rennens.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 Kommentare bei „Dreiländergiro 2018“

  1. Servus WüdeHenn, wieder ein toller, aufsführlicher Bericht über dieses interessante und herausfordernde Radspektakel.
    Weiter so und schon jetzt viel Spaß und Erfolg bei Deinen nächsten Projekten.

    Gerhard

    1. Vielen Dank für die lieben Worte, das freut mich sehr! Lg Nina

  2. Hallo Würde Henn! Bin von deiner Leistung und deinen Berichten immer wieder begeistert. Alles gute weiterhin glg Ingrid

    1. Vielen Dank! Das freut mich sehr! Lg Nina

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