Radrennen Glocknerkönig Fuschertörl 2.430m, Salzburg

Mein erstes Radrennen – Highway to the Top of Austria!

Irgendwann im Frühjahr 2017 habe ich mich für mein erstes Radrennen angemeldet, nachdem ich mit Learjet Skipper über Radrennen philosophierte 😉 . Und schwups stand ich einige Monate später tatstächlich am 4. Juni umzingelt von anderen mit Adrenalin vollgestopften Radsportlern an der Startlinie in Bruck an der Glocknerstraße und dachte mir ‚Was tue ich hier überhaupt?‘

Vorbereitet habe ich mich auf mein erstes Rennen in der Südsteiermark (meine genetische bessere Hälfte Learjet Skipper zeigte mir jeden Hügel) und auch in Kroatien. Die Südsteiermark bietet alles, was das Rennradherz (zumindest meines) höher schlagen lässt. Hier kann man einige Höhenmeter sammeln und so genügend Kraft aufbauen. Dass ich mit meiner Rennsemml am liebsten klettere, brauche ich glaube ich nicht mehr zu erwähnen 😉 .

Am Samstag, einen Tag vor dem Rennen, trafen P.S., Felix und ich im Alpenhaus Kaprun ein. Da unser Zimmer noch nicht bezugsfertig war, huschte ich in den Wellnessbereich um mich in Windeseile umzuziehen. Wenig später drehte ich nämlich bereits mit Learjet Skipper und Chili Prinx eine Runde, denn schließlich musste ich ja auch wissen, wo ich am nächsten Tag überhaupt fahren muss 😉 .

Meine Nervosität war sehr, sehr groß! Das Getummel bei der Startnummernabholung ließ immer wieder den Gedanken aufkommen, ob man denn fit genug für so etwas sei und das Selbstvertrauen in das eigene Können wird plötzlich in Frage gestellt.

Nach der Streckenbesichtigungsrunde (wir fuhren bis zur Mautstelle in Ferleiten), holten wir unsere Startpakete in Bruck ab und machten uns endlich auf Futtersuche. Diese Futtersuche war natürlich wieder einmal nicht ganz so einfach, wenn man Zöliakie hat. Nach einigen Lokalbesichtungen fanden wir einen Gasthof, der bereit war, mir anstelle des üblichen Pastagerichtes ein Naturschnitzerl mit Kartoffeln zu kochen. Fürs erste war ich satt, aber wenig später bestellte ich mir im Alpenhaus Kaprun einen glutenfreien Toast, der wirklich himmlisch schmeckte und meinen Hunger endlich stillte. Tja, ich habe fast immer Hunger 😉 .

Zu meinem Erstaunen schlief ich gleich tief und fest ein und wurde dann von meinem Wecker um halb fünf geweckt. Da stellte ich mir nun schließlich die Sinnfrage –  zu früh, zu kalt und überhaupt was tue ich hier? Nach einer kurzen Dusche um munter zu werden fühlte ich mich deutlich wohler und holte mir mir bei der Rezeption mein am Vorabend bestelltes glutenfreies Lunchpaket. P.S. und Felix waren mittlerweile auch schon munter und gaben mir noch den letzten Motivationsschub mit auf mein erstes Rennen.

Wenige Augenblicke später radelten Learjet Skipper, Chili Prinx und ich nach Bruck zum Start des Glocknerkönigs 2017.

Nun stand ich da mit meiner geliebten Rennsemmel inmitten von anderen Radsportlern und wartete sehnlichst auf den Startschuss. Als dieser nach einer gefühlten Ewigkeit endlich fiel, starteten wir in Bruck zu den Klängen von ACDC Highway to Hell Richtung Großglockner. Und auf einmal war ich mittendrinnen in diesem Spektakel, umgeben von tausend anderen Wahnsinnigen und es fühlte sich verdammt gut an!

Als ich die Mautstelle in Ferleiten passierte, begann das Klettern, meine Lieblingsdisziplin. Konzentriert auf meine Atmung und meinem Tritt schraubte ich mich Kehre für Kehre hinauf. Die Labestationen ließ ich aus und nach einigen Kilometern sah ich bereits das Fuschertörl auf 2 445m Seehöhe, das Ziel beim Glocknerkönig. Jetzt hieß es alles zu geben und die Ziellinie zu passieren. Kurz vor der Ziellinie entdeckte ich P.S. mit Felix und als ich über die Ziellinie fuhr, vergoss ich doch tatsächlich ein paar Tränen. Ich hatte es also tatsächlich geschafft – mein erstes Radrennen!!!

Im Zielbereich war ich mit meinen Emotionen kurzfristig überfordert. Mit zittrigen Händen erstellte ich gleich ein Selfie mit meiner Medaille und versuchte danach per Handy meine Begleiter zu erreichen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, es waren vermutlich keine 5 Minuten, kam Felix schwanzwedelnd auf mich zugerannt und war mein erster Gratulant 🙂 .

Learjet Skipper und Chili Prinx waren vor mir im Ziel und gemeinsam fuhren wir wieder nach Kaprun ab. Bei der Abfahrt fiel mir erst auf, wie viele Teilnehmer noch im Rennen sind und sich die Großglockner Hochalpenstraße hinauf quälen.

Unser Timing war übrigens perfekt, denn nach dem wir in Kaprun eingefahren sind, begann es zu regnen.

1 Stunde, 58 Minuten und 32 Sekunden pure Lebenslust zu spüren – für mich ein unvergessliches, erstes Radrennen 🙂 .

 

 

   

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

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