Radrennen Glocknerkönig Ultra Edelweißspitze, 2.572m, Salzburg

Highway to hell – oder Master of disaster 2018

„Shit Thomas, mein Garmin hat sich gerade von selbst ausgeschaltet und das 2 Minuten vor dem Start!“ Thomas sah mich mit großen Augen an und meinte, dass er sich bei meinem Gerät nicht genau auskenne und nicht weiß,  ob das jetzt irgendein Problem darstellen sollte…. Na super, der Master of disaster (in diesem Fall ich selbst) hat gnadenlos zugeschlagen und das, wie bereits erwähnt, 2 Minuten vor dem Start….

Was tue ich jetzt? Ich habe meinen Powermeter vor dem Start natürlich brav kalibriert und penibel darauf geachtet, dass sich mein Garmin nicht automatisch ausschaltet, da ich eben nicht wollte, dass ich dann wieder kalibrieren muss. Ja und eine kleine Unachtsamkeit von mir führte dazu, dass sich mein Garmin ausschaltete. An und für sich ja kein Problem, nur benötigt mein Gerät ca. 10 Sekunden (und das waren gefühlte 10 Minuten) zum Hochfahren und natürlich wurde ich wieder nach der Kalibrierung gefragt. Dies wiederum geht natürlich nur, wenn man aus den Pedalen steigt. Hahahaha, super, denn 2 Minuten vor dem Start aus beiden Pedalen zu klicken ist bestimmt nicht die beste Idee. Nun gut, ich habe auf nicht kalibrieren gedrückt und von diesem Zeitpunkt an, hatte ich unfassbare Werte 🙁 .

Beim Startschuss und meinem heißgeliebten Song „Highway to hell“ spuckte mein Garmin die unglaublich, starken Wattleistungen von 100 aus!!! Was sich da in meinem Kopf abgespielt hat, na das kann sich wohl jeder selbst ausmalen 🙂

So trat ich einfach wie blöd in die Pedale und überlegte beim Hinausrollen nach Bruck, was ich nun tun soll, denn mit falschen Wattangaben bei einem Radrennen zu fahren, ist bestimmt nich die leichteste Aufgabe. Nachdem ich dieses Problem auch nach mehrmaligen ein- und ausschalten meines Garmins während des Rennens nicht beheben konnte, habe ich das Problem einfach ignoriert und bin nach meiner Herzfrequenz gefahren.

In Ferleiten lachte mir zum Glück bereits die Sonne entgegen und ich tat einfach das, das ich am Besten mag – klettern. Kehre für Kehre kletterte ich nach oben und genoss die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Fast ein meditativer Zustand, hätte nicht auf einmal mein Handywecker zu läuten begonnen. Wie wild versuchte ich mein Handy, welches ich in der Rückentasche im Trikot bei mir trug, mit den Fingern zu ertasten und auszuschalten. Das missglückte jedoch und so fing das Handy nach der Schlummerfunktion immer wieder von vorne an. Ja, der Master of disaster schlug zum zweiten Mal zu 😉 .

Nur noch wenige Kehren und das Ziel, welches ich voriges Jahr ansteuerte, war zu sehen. Mein heuriges Ziel, die Edelweißspitze, habe ich noch nicht gesehen, denn dazu muss man noch 7 weitere Kehren auf Kopfsteinpflaster zurücklegen. Meine größte Sorge vor diesem Bewerb war das Kopfsteinpflaster. Zwar habe ich dieses quasi vor meiner Haustüre, aber ich wusste nicht, wie es wird, wenn man darauf länger im Renntempo bergauf fährt. Somit war nicht nur der Ultra Bewerb eine Prämiere, sondern auch das Klettern auf Kopfsteinpflaster.

Die letzten 1,5 km auf der Rumpelpiste waren aber gar nicht so schlimm und es hieß nun noch einmal Zähne zusammenbeißen und alles zu geben. Verschwitzt und erschöpft fuhr ich über die Ziellinie und war unendlich froh, dass ich im Ziel war!

Mit meinem 8. Platz in meiner AK und 12. Platz gesamt bin ich aber mehr als happy!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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