Rennradtour Col du Galibier 2.645m, Frankreich

Ankunft am Col du Galibier mit dem Rennrad von Col du Lautaret kommen.

Au revoir France!

Es war ein Donnerstag, ganz genau der 27. Juli 2017, an dem sich zwei Südsteirer für ein Foto auf der Passhöhe des Col du Galibier anstellen mussten. Ja genau, anstellen! Ich habe ja nun auch schon einige Pässe gejagt, aber für ein Foto musste ich mich noch nie anstellen…

Die passenden Worte für diese Tour zu finden war wirklich nicht einfach. Vermutlich gibt es für diese Tour keine passenden Worte, denn ich hätte mir nie gedacht einmal am Col du Galibier zu stehen und das noch dazu mit meiner geliebten Rennsemmel. Im Prinzip glaube ich es heute noch nicht.

Gestartet sind wir in Briancon bei sehr starkem Wind und Sonnenschein. Die Anfahrt zum Col du Galibier ist nicht wirklich spektakulär. Es ist sogar ziemlich öd, denn man hat eine permanente leichte Steigung, die sich sehr in die Länge zieht. Zuerst erreicht man den Col du Lauteret, bevor man nach einigen Kehren auf den Col du Galibier klettert. Übrigens fahre ich nie im Windschatten, denn alleine gegen den Wind zu kämpfen, das macht stark (rede ich mir heute noch ein 😉 )!

Aber egal, jammern half nix und so trat ich weiter in die Pedale. P.S. machte einen kurzen Boxenstopp auf dem Col du Lautaret, während ich weiter auf den Galibier kletterte. Dabei war ich nicht alleine unterwegs, denn der Galibier war an diesem Tag ein paar Stunden für den Verkehr gesperrt. Plötzlich stand sie da – eine französische Kuh spazierte seelenruhig über die Straße (selbst die Tiere wirken in Frankreich sehr elegant) und zwang uns Pedalritter kurz stehen zu bleiben.

Hinter mir bemerkte ich schon länger einen anderen Radfahrer (ich tippte auf einen Belgier) und bei der Kuhbegegnung ließ ich ihm dann den Vortritt um ihn nach der Kuh wieder zu überholen. Safety first quasi 🙂 .

Nachdem sich P.S. bei mir nach meinem Befinden erkundigte und ich ihm grünes Licht gab, sauste er mit seinem elektrischen Geschoss an mir vorbei um mich bei der Ankunft auf den Galibier zu fotografieren. Laut seinen Erzählungen sauste er mit 30 km/h auf den Gipfel und musste vor den letzten Kehren sogar vom Gas gehen, ansonsten hätte es ihn zerwutzelt.

Ich dagegen kletterte die  letzten Kehren wie immer mit meiner eigenen Muskelkraft hinauf  und oben angekommen war ich zu dem Zeitpunkt wohl die glücklichste Henne auf der ganzen weiten Welt. Oder zumindest in Frankreich 😉 .

Nach diversen Fotosessions  (der erste Pass, an dem man sich für Fotos anstellen musste!), bot uns der vermeintlich belgische Rennradfahrer an, ein Foto von uns zu schießen. Schnell stellte sich heraus, dass Knut der deutschen Sprache mächtig war und gemeinsam genossen wir in einem Café das herrliche Panorama. Der freundliche und sportliche Berliner erzählte uns von seinen vergangenen Rennradtagen in Frankreich und wir waren uns rasch einig, bei einem eventuellen Berlinaufenthalt gemeinsam in die Pedale zu treten.  Dies war aber nicht die einzige Begegnung der besonderen Art, denn wenig später tauchte eine toughe Dame aus Bayern auf, die doch tatsächlich mit ihrem uralten Rad mit Seitenständer vom Col du Lautaret startend auf den Galibier fuhr. Was für eine Leistung – Chapeau Bayern!

Mit dem Pass der Pässe, sagten wir ‚Au revoir France‘, bis zum nächsten Mal – versprochen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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