Rennradtour Stilfserjoch 2 760m, Italien

Viva la Libertà!

Es lebe die Freiheit! Zu den Klängen von Jovanotti wurden die Urlaubspläne auf den Kopf gestellt und wir verlängerten unseren Aufenthalt in Bormio für eine weitere Nacht. Warum? Na weil die Sucht nach der Quälerei stärker war, als das Heimweh und das Stilfserjoch doch wie am Präsentierteller vor unserer Nase lag….

So ging es Ende Juli an einem sehr heißen Sommertag mit dem Auto und unseren Rennrädern im Kofferraum nach Prad, um von dort die Königin der Alpenpassstraßen zu genießen. Während der gesamten Autofahrt saß ich wie ein aufgescheuchtes Huhn im Auto und konnte meinen Augen kaum trauen! Das Stilfserjoch präsentierte sich an diesem Sommertag in seinen prächtigsten Farben! Wolkenloser Himmel und eine traumhafte Landschaft – Herz was willst du mehr? Ich tobte mich während der Fahrt mit meinem I Phone aus und schoss ein Foto nach dem anderen, so ersparte ich mir den Stress, während des Fahrens Fotos zu schießen.

Ich weiß gar nicht mehr, wer zu diesem Zeitpunkt von uns aufgeregter war. Für mich war es bereits die dritte Kletterei aufs Stilfserjoch, jedoch für P.S. das erste Mal. Und nachdem ja das erste Mal bekanntlich ein unvergessliches Erlebnis ist, fieberte ich sehr mit P.S.

Nachdem wir unsere Räder aus dem Kofferraum holten, begann die Quälerei. Von Beginn an war es extrem heiß! Bereits in Prad hatten wir 30 Grad und die Temperaturen fielen kaum in der Höhe. Mein Plan, P.S. und ich fahren gemeinsam, ging leider nicht auf. Wir versuchten zu Beginn zusammen zu bleiben, aber nachdem ich mich des öfteren nach P.S. Befinden erkundigte und ich danach nur mehr angefaucht wurde (und da heißt es immer, Frauen wären zickig!), fuhr jeder in seinem eigenen Tempo.

Ich dachte beim Klettern zurück an den DLG, den ich im Juni das erste Mal fuhr. Damals war es um einiges kühler und einfacher. Immer wieder fragte ich mich, warum wir genau an diesem heißen Tag das Stilfserjoch fahren mussten, aber da das innerliche jammern ja absolut nichts bringt, verdrängte ich diesen Gedanken sofort wieder.

Als mich ein uraltes Wohnmobil überholte, dachte ich kurz an  einem Lungenpatschen (auf Deutsch: Lungeninfarkt) zu sterben 😉 . Dieses Wohnmobil zog eine lange und grässlich stinkende Wolke hinter sich her, sodass man dies noch einige Kehren weiter roch. Da ich so nicht sterben wollte, was wäre das denn für eine Schlagzeile geworden?, hielt ich für einen kurzen Augenblick die Luft an.

Nachdem dieses Hindernis überwunden war, kletterte ich normal schnaufend weiter und erreichte nach 48 Kehren meinen persönlichen Himmel! Sichtlich gezeichnet von der Hitze und den im Urlaub insgesamt 16. 427 gekletterten Höhenmetern, freute ich mich sehr über diese für mich gewonnene Hitzeschlacht.

Ich schoss ein paar Fotos und machte mich sofort auf den Weg, P.S. einzuklatschen, der 10 Minuten später ebenso das Stilfserjoch erreichte! Die Freude darüber war riesengroß! Auf meine Frage, warum P.S. nicht mit mir spricht, bekam ich ein knappes „Ich muss mich erst kurz sammeln…..“

Da ich an diesem Tag mein Stilfserjochtrikot trug, welches ich bei meiner Premiere im August 2016 kaufte, lud uns die Verkäuferin vom Souveniershop spontan auf ein Bier in ihrem Shop ein. Besser hätte der Tag wirklich nicht laufen können!

Nach einer kurzen Pause machten wir uns bereit für die Abfahrt, dies war für mich eine Premiere. Zum Ersten Mal fuhr ich nach Prad ab, denn beim DLG ging es weiter zum Umbrailpass und 2016 nach Bormio. Vor dieser Abfahrt hatte ich ein wenig Angst, aber diese war völlig unbegründet. Wenn ich eines in diesem Urlaub gelernt habe, dann sind es Abfahrten zu meistern!

Sicher wieder in Prad gelandet, war ich um stolze 2cm größer und bereit, wieder nach Hause zu fahren.

Fazit:

Bormio ist ein wunderbarer Ort für Rennradtouren. Es gibt zahlreiche Hotels, die im Sommer nicht ausgebucht sind und man auch wirklich spontan seinen Aufenthalt verlängern kann.

Wenn man knackige Anstiege so wie ich liebt, dann ist man hier sehr gut aufgehoben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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